Sind Energy-Drinks gefährlich?

Sind Energy-Drinks gefährlich?

Mit Energydrinks kommt man schnell aus den Startlöchern - doch sind sie riskant für unsere Gesundheit? © pixabay.com
Mit Energydrinks kommt man schnell aus den Startlöchern - doch sind sie riskant für unsere Gesundheit? © pixabay.com

Energy-Drinks sind beliebt, versprechen sie doch eine rasche Steigerung des eigenen Energielevels. Bei Menschen, die am Long-QT-Syndrom (LQTS) leiden, können koffeinhaltige Energy-Drinks jedoch zu schwerwiegenden kardialen Ereignissen führen und im schlimmsten Fall sogar einen plötzlichen Herzstillstand auslösen.

Long-QT-Syndrom – was ist das?
Beim Long-QT-Syndrom handelt es sich um eine seltene, lebensbedrohliche Krankheit, die bei ansonsten herzgesunden Menschen zum plötzlichen Herztod führen kann. Dabei kommt es zum anfallsweise auftretenden Herzrasen, welches seinerseits zu Schwindelattacken, plötzlicher Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall sogar zum plötzlichen Herzstillstand durch Kammerflimmern führen kann. Als Ursache gelten geringfügige Abweichungen im Ablauf der elektrischen Signalübermittlung in den Zellen des Herzmuskels. Bekannt werden Vorfälle dieser Art häufig im Rahmen plötzlicher Todesfälle bei gesunden Menschen bei Sportveranstaltungen. Angeborene Long-QT-Syndrome treten mit einer Häufigkeit von 1:5.000 bis 1:15.000 auf.

Mit Energydrinks kommt man schnell aus den Startlöchern - doch sind sie riskant für unsere Gesundheit? © pixabay.com
Mit Energydrinks kommt man schnell aus den Startlöchern – doch sind sie riskant für unsere Gesundheit? © pixabay.com

Energieschub aus der Dose
Die Autoren der Studie, die im International Journal of Cardiology veröffentlicht wurde, fanden heraus, dass selbst geringe Mengen von Energy-Drinks bereits Veränderungen verursachen können, die zu potenziell lebensbedrohlichen Arrhythmien führen können. Die Wissenschaftler der University of Sydney rufen insbesondere junge Menschen zur Vorsicht auf, die eventuell keinerlei Kenntnis eines angeborenen LQTS haben.
Prof. Christopher Semsarian von der University of Sydney hat das potenzielle Risiko von Energy-Drinks auf das Herz-Kreislaufsystem junger Erwachsener erkannt: „Jugendliche und junge Erwachsene gehören zu den Personen, die am meisten gefährdet sind“, so der Wissenschaftler. „Sie repräsentierten die Bevölkerungsgruppe, unter der diese Getränke am stärksten vermarktet werden“, so Semsarian weiter. „Weil diese Getränke bei allen Altersklassen beliebt sind, ist es wichtig, ihre Effekte auf das Herz-Kreislauf-System besser zu untersuchen.“

Aus dem Takt?
Bereits frühere Studien haben die hämodynamischen Auswirkungen von Energy-Drinks auf junge Erwachsene untersucht. Die Ergebnisse zeigten einen Anstieg des Blutdrucks, nicht aber der Herzfrequenz. Die australische Studie hingegen ist so ausgelegt, dass sie die Auswirkungen auf Menschen untersucht, die an einer genetisch bedingten Herzrhythmusstörung leiden. Gleichzeitig sollten irgendwelche identifizierbaren kardiovaskulären Effekte der Inhaltsstoffe im Hinblick auf den Blutspiegel analysiert werden. Dabei wurden 24 Betroffene im Alter zwischen 16 und 50 Jahre mit angeborenem Long-QT-Syndrom über einen Zeitraum von zwei Jahren untersucht. Nach dem Konsum der Energy-Drinks konnte eine Erhöhung des Blutdrucks um rund zehn Prozent beobachtet werden, manche Studienteilnehmer wiesen darüber hinaus gefährliche Veränderungen im EKG auf. Drei Patienten zeigten eine gefährliche Verlängerung des QT-Intervalls, zwei von ihnen zudem einen hohen Blutdruck. All diese Personen hatten jedoch eine dokumentierte Familiengeschichte, in der es Vorfälle von plötzlichem Herztod gab. „Einzelne Patienten können ein höheres Risiko aufweisen“, erklärt Semsarian.

Text: medicalpress.de

KEINE KOMMENTARE

Hinterlassen Sie ein Kommentar: