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50 Jahre Poldi Huber: Ein Abend, der nach Wien schmeckte

© Michael Kobler

Es gibt Abende, da merkt man schon beim Reinkommen: Hier geht es um mehr als ein Fest. Im Schreiberhaus in Neustift am Walde wurde gestern 50 Jahre Poldi Huber gefeiert – und eigentlich auch 50 Jahre Wiener Gastfreundschaft, Geschichten, Freundschaften und ein bisschen jener ganz besonderen Wiener Lebensart, die man nicht erklären kann. Die muss man erleben. Rund 350 Gäste waren gekommen, um Leopold „Poldi“ Huber zu seinem außergewöhnlichen Jubiläum zu gratulieren. Familie, Freunde, langjährige Wegbegleiter und jede Menge bekannte Gesichter aus Kunst, Kultur, Medien, Medizin und Society. Mittendrin Poldi selbst, der seit fünf Jahrzehnten Gastgeber ist und dabei etwas geschafft hat, was heute längst nicht mehr selbstverständlich ist: Er hat aus einem Heurigen einen Ort gemacht, an dem sich Menschen tatsächlich zuhause fühlen.

Ein Abend mit viel Wiener Herz

Schon beim Empfang ging es ziemlich wienerisch zu – Champagner am Red Carpet, dazu der traditionelle Prägestock, an dem sich die Gäste ihre eigene Schreiberhaus-Münze prägen konnten. Und wer das Schreiberhaus kennt, weiß: Diese Münzen sind mehr als ein nettes Souvenir. Sie gehören längst zur Geschichte des Hauses.

Durch den Abend führte Dieter Chmelar mit gewohnt trockenem Schmäh. Es wurde gratuliert, gelacht, angestoßen und natürlich auch ein bisschen gerührt geschaut. Besonders schön war die Laudatio auf Poldi, bei der schnell klar wurde, dass 50 Jahre Schreiberhaus eben nicht nur eine Zahl sind. Dahinter stehen unzählige Abende, Begegnungen, Feste und Menschen.

Und dann marschierten auch noch die Original Deutschmeister gemeinsam mit der Neustifter Winzerkrone und den Weinhütern ein. Spätestens da war klar: Viel Wienerischer kann ein Jubiläum kaum werden. Dompfarrer Toni Faber segnete anschließend den Wein

© Michael Kobler

und wünschte dem Haus und seiner Familie Gesundheit, Glück und noch viele weitere genussvolle Jahre. Seine Version des Segens brachte den Abend ziemlich gut auf den Punkt: „Bitte, Danke, Bussi, Amen.“

 

Die Münze und die Menschen dahinter

Einer der emotionalsten Momente war die Verleihung der Schreiberhaus-Münzen. Besonders berührend: Peter Alexander wurde anlässlich seines 100. Geburtstags posthum geehrt. Seine Schwiegertochter Rafaela Alexander-Neumayer nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. Auch Gerhard Ernst und Maria Bill wurden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Weitere Münzen gingen an Natalia Ushakova, Nadine Mirada, Christine Reiler, Lilian Klebow, Barbara Wussow und Albert Fortell.

Und irgendwie passte diese Auswahl perfekt zu einem Haus wie dem Schreiberhaus. Hier geht es schließlich seit Jahrzehnten um Menschen und ihre Geschichten. Barbara Wussow erzählte, dass das Schreiberhaus für sie schon seit ihrer Kindheit ein erweitertes Zuhause sei. Gerhard Ernst bezeichnete das Kommen zu Poldi schlicht als „Heimkommen“. Und Lilian Klebow brachte es besonders schön auf den Punkt: Gastfreundschaft sei ein Wirt, der seinen Beruf wirklich liebt. Genau das spüre man bei Poldi.

© Michael Kobler

 

Poldi, seine Familie und 50 Jahre Geschichten

Auch Stephanie Huber-Jordan, die gemeinsam mit ihrem Vater das Schreiberhaus führt, stand an diesem Abend natürlich im Mittelpunkt. Für sie ist das Schreiberhaus nicht einfach ein Familienbetrieb, sondern ein Zuhause voller Erinnerungen. Und genau dieses Gefühl war an diesem Abend überall spürbar.

Poldi selbst sagte einen Satz, der eigentlich über dem ganzen Jubiläum hätte stehen können: Das Schönste an 50 Jahren Schreiberhaus seien nicht die Jahre selbst, sondern die vielen Menschen und Geschichten, die dieses Haus geprägt haben. Vielleicht ist genau das das Geheimnis dieses Ortes. Man kommt wegen des Weins, bleibt wegen des Essens – und kommt wieder, weil man irgendwann das Gefühl hat, jemanden zu kennen. Oder zumindest jemanden zu kennen, der jemanden kennt. Für die Musik sorgten Gregor Glanz mit seiner gewohnt energiegeladenen Live-Performance und Saxophonist Tom X. Es wurde gegessen, getrunken, gelacht und bis in den Abend hinein gefeiert.

50 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Für einen Gastgeber wie Poldi Huber offenbar trotzdem kein Grund, sich zurückzulehnen. Eher einer, noch einmal ordentlich anzustoßen. Auf die nächsten 50 – und auf viele weitere Geschichten im Schreiberhaus.

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