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Alexander J. Rüdiger läuft allen davon

"Blindes Vertrauen" im Marchfelderhof am 17.08.2026 - mit Alexander Rüdiger als Landesmeister im Berglauf 2026 - © Conny de Beauclair

Elf Jahre nach seiner Parkinson-Diagnose zeigt Alexander J. Rüdiger einmal mehr, dass man sich von einem Rückschlag nicht unbedingt sagen lassen muss, was möglich ist. Der ehemalige TV-„Money Maker“ wurde mit 56 Jahren Wiener Landesmeister im Berglauf – und feierte diesen außergewöhnlichen Erfolg dort, wo für ihn einst alles begann: im Marchfelderhof.

Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die man sich kaum besser ausdenken könnte. Bei Alexander J. Rüdiger gehört definitiv diese dazu. Am Vortag des Berglaufs lag er noch mit einem Hexenschuss im Krankenhaus. Am nächsten Morgen stand er trotzdem an der Startlinie am Muckenkogel. Und wenige Zeit später war klar: Rüdiger hatte sich in seiner Altersklasse den Wiener Landesmeistertitel im Berglauf geholt.

Sein persönliches Erfolgsrezept? „Blindes Vertrauen.“ Zwei Worte, die an diesem Abend im Marchfelderhof beinahe zum Motto wurden.

Ein Abend mit Freunden und Wegbegleitern

Gefehlt hat es bei der Feier jedenfalls nicht an besonderen Gästen. Unter den Gratulanten waren die Paralympics-Stars Petra Aigner und ihre Tochter Barbara „Babsi“ Aigner. Mit Babsi war Rüdiger bereits als Guide beim Wiener Frauenlauf unterwegs. Auch Blindenhund Charly durfte beim Fest natürlich nicht fehlen.

Mit Andreas Onea und seinem Sohn Eliam gab es außerdem ein Wiedersehen mit einem langjährigen ORF-Weggefährten. Dazu kamen Bischofsvikar und Schauspieler Alexander Wessely, Deutsch-Wagrams Bürgermeister Markus Mentl-Weigl und Marchfelderhof-Chef Peter Großmann.

Alexander J. Rüdiger, Peter Großmann, Andreas Onea © Conny de Beauclair

Für einen durchaus besonderen Moment sorgte Alexander Wessely mit der Segnung der Goldmedaille. Ein bisschen zusätzlicher Beistand von oben kann schließlich nie schaden, wenn man auch künftig hoch hinaus möchte. Und weil eine Goldmedaille im Marchfelderhof selbstverständlich nicht ohne entsprechende kulinarische Würdigung bleiben darf, wartete auf den frischgebackenen Landesmeister auch noch eine ziemlich „steile“ Überraschung: eine eigens gestaltete Siegertorte.

Vom Kochlehrling zum Landesmeister

Besonders schön war aber, dass es an diesem Abend nicht nur um den sportlichen Erfolg ging. Rüdiger war einst Kochlehrling im Marchfelderhof. Sein ehemaliger Lehrherr, Kommerzialrat Gerhard Bocek, hätte in diesen Tagen seinen 84. Geburtstag gefeiert. Für Rüdiger ein Anlass, sich an einen Satz zu erinnern, den Bocek ihm offenbar schon damals mit auf den Weg gegeben hatte: „Alexander, aus Dir wird einmal etwas ganz Besonderes. Aber im Herzen wirst Du immer der geborene Gastwirt bleiben.“ Ein Satz, der nach all den Jahren fast wie eine kleine Lebensbilanz klingt.

Aus dem Kochlehrling wurde ein bekanntes Fernsehgesicht, später musste sich Rüdiger mit der Diagnose Parkinson auseinandersetzen – und heute steht er als Landesmeister auf dem Siegertreppchen.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte hinter seiner Goldmedaille: Nicht immer darauf zu hören, was eigentlich nicht gehen sollte. Sondern manchmal einfach loszulaufen.

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