Die Wiener Votivkirche einmal nicht nur als beeindruckendes Wahrzeichen, sondern als festliche Bühne für Oper, Musical, Operette und Ballett zu erleben, hat schon einen ganz besonderen Reiz. Am Dienstagabend öffnete das imposante Kirchenhaus seine Pforten für die 14. Verleihung des Österreichischen Musiktheaterpreises – und ich durfte bei diesem besonderen Abend dabei sein.
Schon beim Betreten der Votivkirche war klar: Das wird kein gewöhnlicher Galaabend. Die beeindruckende Lichtinstallation von Billi Thanner setzte das historische Kirchenambiente eindrucksvoll in Szene, während sich Künstler, Kulturpersönlichkeiten und prominente Gäste zur Feier des österreichischen Musiktheaters versammelten.
Besonders erfolgreich verlief der Abend für die Salzburger Festspiele und die Volksoper Wien, die jeweils drei Auszeichnungen mit nach Hause nehmen konnten. Für einen besonders emotionalen Moment sorgte Markus Hinterhäuser, der den „Großen Preis der Jury“ unter Standing Ovations entgegennahm. Auch seine anschließenden Worte sorgten für Aufmerksamkeit: „Die Kunst ist so viel größer als die Kleingeistigkeit der Politik.“
Große Namen und große Emotionen
Zu den weiteren Höhepunkten zählten die Auszeichnungen für Anja Silja, die für ihr Lebenswerk geehrt wurde, sowie Leo Nucci, der den Publikumspreis erhielt. Der italienische Opernstar bedankte sich auf seine ganz persönliche Art und ließ es sich anschließend nicht nehmen, mit „Cortigiani“ aus Verdis „Rigoletto“ auch musikalisch zu begeistern.
Als beste weibliche Hauptdarstellerin wurde Asmik Grigorian ausgezeichnet, die erst wenige Tage zuvor beim „Opern Air“ der Wiener Staatsoper für Begeisterung gesorgt hatte. Bei den Herren ging die Auszeichnung an Michael Spyres für seine Leistung in „Palestrina“ an der Wiener Staatsoper.
Auch zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler durften sich über einen Preis freuen: darunter Patricia Nolz, Jörg Schneider, Maxime Pascal, Claus Guth, Christian Schmidt sowie die Nachwuchstalente Jasmin White und Benjamin Chamandy.
Ein Abend, der die ganze Vielfalt des Musiktheaters zeigte
Was den Österreichischen Musiktheaterpreis besonders macht, ist die große Bandbreite der Auszeichnungen. Gefeiert werden nicht nur die bekannten Stars auf der Bühne, sondern ebenso jene Menschen, die hinter den Kulissen für große Produktionen sorgen und damit wesentlich zum Erfolg beitragen.
Genau diese Mischung war auch an diesem Abend spürbar: bekannte Namen aus Oper und Schauspiel trafen auf Kulturmanager, Künstler, Medienvertreter und Persönlichkeiten aus der Wiener Gesellschaft. Und mittendrin eine Votivkirche, die mit ihrer besonderen Atmosphäre einen ungewöhnlichen, aber äußerst eindrucksvollen Rahmen für die Gala bot.
Ein Abend voller großer Stimmen, spannender Begegnungen und verdienter Auszeichnungen – und einmal mehr der Beweis, dass Wien einfach eine ganz besondere Bühne für die Welt des Musiktheaters ist.
