Als Joji Hattori vor elf Jahren SHIKI in Wien eröffnete, war das mehr als die Eröffnung eines Restaurants. Es war ein Versprechen – an eine Küche, die Präzision nicht als Technik, sondern als Haltung versteht, und an eine Gastlichkeit, die Kulturen nicht trennt, sondern verbindet.
Heute hat sich dieses Versprechen verdichtet und zugleich geöffnet. SHIKI ist längst keine einzelne Adresse mehr, sondern eine Welt für sich – erzählt in drei Kapiteln, die sich gegenseitig ergänzen und doch jeweils eine eigene Sprache sprechen.
SHIKI Japanese Cuisine ist das pulsierende Herz dieser Welt. Hier verschmelzen Bar, Brasserie und Fine Dining zu einer klaren, neu ausgerichteten Handschrift. Weniger Inszenierung, mehr Essenz. Weniger Ablenkung, mehr Produkt. Unter der kulinarischen Leitung von Executive Chef Gerhard Bernhauer entsteht eine Küche, die sich bewusst reduziert und gerade darin an Tiefe gewinnt. Vertraute Signature-Gerichte bleiben, doch sie wirken fokussierter, klarer, fast stiller in ihrer Aussage. Begleitet wird das kulinarische Erlebnis von einer beeindruckend kuratierten Getränkewelt – von Sake über japanische Whiskys bis zu eigens entwickelten Cocktails.
Noch radikaler in seiner Konzentration zeigt sich SHIKI im Omakase. Acht Plätze, ein Raum, absolute Nähe zur Küche. Hier gibt es keine Auswahl, kein Zögern, keine Distanz. Nur Vertrauen. Zwei Köche, die jeden Gang direkt vor den Gästen entstehen lassen, getragen von der Idee des „Ich überlasse es dir“. Es ist ein Abend, der sich nicht konsumiert, sondern erlebt wird – ruhig, präzise, beinahe meditativ in seiner Intensität.
Und dann ist da die SHIKI Boutique | Sakethek – ein Ort, der die kulinarische Welt erweitert und ihr eine materielle Dimension gibt. Über 60 Sake-Positionen, sorgfältig kuratiert von Yuri Iwata, die tief in Japans Braukunst eintaucht und Beziehungen zu über hundert Brauereien aufgebaut hat. Daneben japanisches Handwerk, das nicht dekorativ wirkt, sondern erzählerisch: Porzellan, Messer, Lackarbeiten, Textilien – jedes Stück mit einer eigenen Herkunft, einer eigenen Handschrift. Ergänzt durch Sake-Masterclasses, die Wissen nicht vermitteln, sondern erlebbar machen.
SHIKI ist damit kein Restaurant im klassischen Sinn mehr. Es ist ein Ort, der sich weigert, eindimensional zu sein. Ein Raum, in dem sich Küche, Kultur und Handwerk gegenseitig spiegeln – und in dem man vielleicht nicht nur isst, sondern ein Stück japanischer Denkweise berührt.
