Restaurantwoche 2026: Wenn Österreich Frühling serviert

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l.n.r.: Christian Wukonigg, Veronika Doppler, Martin Pichlmaier, Parvin Razavi, Franz Bernthaler © Andreas Lindorfer, floqayer.at

Es gibt diese Wochen im Jahr, in denen man plötzlich überall Spargelspitzen entdeckt, Bärlauchduft in der Luft liegt und junge Kräuter wie selbstverständlich die Hauptrolle übernehmen. Genau in diesem Moment setzt die 32. Restaurantwoche an – und präsentiert sich 2026 so facettenreich wie nie zuvor.

115 Restaurants sind diesmal mit dabei, darunter 58 ausgezeichnete Haubenbetriebe. Was einst als Initiative zur Förderung der gehobenen Küche begann, hat sich längst zum bedeutendsten Kulinarik-Event des Landes entwickelt. Die Restaurantwoche ist heute nicht nur ein Fixpunkt für Gourmets, sondern eine Bühne für die gesamte österreichische Gastronomieszene – vom urbanen Hotspot bis zum kulinarischen Geheimtipp am Land.

Neue Namen, neue Handschriften

Über 20 Lokale feiern heuer ihre Premiere. Mit dabei sind unter anderem das peruanische Szene-Restaurant Pisqu, das vielfach ausgezeichnete Opus by Nikolaus Engel, das charmante Schatz imHof sowie die Taverna by Andreas Flatscher.

Sie alle erweitern das Spektrum – geografisch wie kulinarisch – und zeigen, wie dynamisch sich die Branche entwickelt.

Saisonale Handschrift als Qualitätsversprechen

Im Zentrum der diesjährigen Ausgabe steht eine klare Frühlingsausrichtung. Bärlauch, Spargel, junge Kräuter, Rhabarber und zarte Gemüsesorten ziehen sich wie ein roter Faden durch die Menüs. Die Bandbreite reicht von klassisch-österreichischen Interpretationen bis hin zu modernen, international inspirierten Kompositionen.

Saisonalität ist hier kein Trendbegriff, sondern gelebter Qualitätsanspruch. Viele Küchen arbeiten eng mit regionalen Produzenten zusammen, setzen auf heimische Fischarten wie Saibling, Forelle oder Zander und verbinden traditionelle Handwerkstechniken mit zeitgemäßen Akzenten. Auch Rind bleibt fixer Bestandteil der Menüdramaturgie – vom Beef Tatar bis zum Premium-Steak.

Vegetarisch auf Augenhöhe

Besonders sichtbar ist die Aufwertung der pflanzenbasierten Küche. Sellerie, Karfiol, Spitzkraut oder fermentierte Komponenten werden nicht mehr als Alternative gedacht, sondern als eigenständige Hauptdarsteller inszeniert.

So betont Parvin Razavi vom & Flora, wie wichtig die Restaurantwoche für die Sichtbarkeit einer gemüsefokussierten Küche ist. Mittags werden zwei Gänge mit Saibling oder ofengeröstetem Spitzkraut serviert, abends ein Drei-Gang-Menü mit Karottenraritäten oder Forellen-Ceviche sowie Mangalitza oder Portobello-Pilz. Den süßen Abschluss bildet eine Pavlova mit Blutorange – ein klares Statement für moderne österreichische Aromatik.

© Andreas Lindorfer, floqayer.at

Globale Aromatik trifft heimische Identität

Neben der klassischen österreichischen Küche prägen internationale Konzepte das Gesamtbild. Japanische Izakaya-Elemente, peruanische Ceviche-Interpretationen, vietnamesische Suppen oder koreanische Bibimbap-Variationen spiegeln die kulturelle Offenheit der Szene wider.

Das Zukunftsinstitut spricht in diesem Zusammenhang vom „Showgourmet“ – einer Gastronomie, die alle Sinne anspricht und Erlebnisse schafft. Ein perfektes Gericht allein reicht heute nicht mehr. Gäste suchen Atmosphäre, Emotion, Inszenierung. Die Restaurantwoche greift genau diesen Zeitgeist auf und macht globale Geschmackserlebnisse österreichweit zugänglich, ohne die regionale Verankerung zu verlieren.

Bühne für Handschriften

Ob im Paul & Vitos mit Beef Tatar und Bärlauch-Aioli, im Vestibül mit Hummersuppe und Sacherschnitte oder im Pichlmaiers zum Herkner mit Bärlauchsuppe, Zander und weißer Schokolade mit Rhabarber – jedes Haus nutzt die Restaurantwoche, um seine kulinarische Identität unverfälscht zu zeigen.

Für viele Betriebe ist sie längst ein strategisches Instrument: planbare Auslastung, neue Zielgruppen, klare Positionierung. Franz Bernthaler von der Culinarius Gruppe bringt es auf den Punkt: Spitzenküche soll erlebbar werden, nicht exklusiv bleiben.

v.l.n.r.: Franz Bernthaler, Olivia Kuen, Martha Afukatudis, Ines Brunner, Leonie Noe, Martin Reischauer © Andreas Lindorfer, floqayer.at

Starke Partner, starkes Signal

Ein besonderer Dank gilt den langjährigen Partnern Transgourmet Österreich und American Express, die die Restaurantwoche seit Jahren begleiten und ihre Relevanz als führendes Kulinarik-Event unterstreichen.

Fazit

Die 32. Restaurantwoche steht für Qualität, Vielfalt und kulinarische Identität. Sie zeigt eine Gastronomie, die saisonal denkt, international kocht und regional verwurzelt bleibt – und macht deutlich, wie selbstverständlich Österreich heute auf höchstem Niveau genießt.