Während in Berlin der Goldene Bär, in Cannes die Goldene Palme und in Hollywood der Oscar vergeben werden, kennt man im Marchfeld eine ganz eigene Auszeichnung: den Goldenen Spargel. Jahr für Jahr markiert er den festlichen Höhepunkt und zugleich das Ende der Spargelsaison.
Zur Verleihung des begehrten Preises lud der Marchfelderhof in Deutsch-Wagram erneut die renommierte Confrérie de la Chaîne des Rôtisseurs – den ältesten Feinschmeckerorden der Welt. Zahlreiche Gourmets, Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft sowie prominente Spargel-Liebhaber folgten der Einladung und erwiesen dem König der Gemüse ein letztes Mal ihre kulinarische Reverenz, bevor die Saison endgültig zu Ende geht.
Im Mittelpunkt des Abends stand selbstverständlich der Marchfelder Spargel, der in unterschiedlichsten Variationen die Teller eroberte und einmal mehr bewies, warum er weit über die Grenzen Österreichs hinaus geschätzt wird.
Als Spargel-Feinschmecker des Jahres wurde diesmal Johann-Philipp Spiegelfeld ausgezeichnet. Der Pilot, Moderator und ehrenamtliche Kommandant des Malteser Hospitaldienstes nahm die Ehrung sichtlich gerührt entgegen. In seiner Laudatio würdigte ORF-Landesdirektor Alexander Hofer den Preisträger als vielseitige Persönlichkeit, die berufliches Engagement und gesellschaftlichen Einsatz auf bemerkenswerte Weise verbindet.
Spiegelfeld selbst blieb bescheiden. Er sehe die Auszeichnung stellvertretend für alle Spargel-Liebhaber des Landes, erklärte er. Besonders freue ihn jedoch die Tatsache, nun in einer Reihe mit früheren Preisträgern wie Dagmar Koller, Franz Klammer, Johannes Heesters oder Erwin Pröll genannt zu werden.
Auch der Titel Spargelkoch des Jahres wurde vergeben. Die Auszeichnung ging an Fernsehkoch Mike Süsser, der eigens aus dem Salzkammergut angereist war. Inspiration fand der beliebte TV-Koch bei den kreativen Spargelgerichten des Abends – von Spargel-Panna-Cotta über Spargel-Leberkäs-Stangerl bis hin zu geschmorten Ochsenbackerln mit Marchfelder Solospargel.
In den Laudationes wurde Süsser als einer der bekanntesten und beliebtesten Köche im deutschsprachigen Raum gewürdigt. Sein Name ist längst untrennbar mit erfolgreichen Fernsehformaten wie „Die Kochprofis“, „Mein Lokal, Dein Lokal“ oder „Süsser am Samstag“ verbunden. Für Schmunzeln sorgte Fernsehkoch Robert Letz, der meinte, die Kulinarik habe es wohl einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass Süsser einst nicht auf hoher See Karriere machte, sondern den Weg in die Küche fand.
Großen Anteil am gelungenen Abend hatte auch Marchfelderhof-Küchenchef Josef „Pepo“ Krajco, der gemeinsam mit seinem Team ein Menü auf die Beine stellte, das den Spargel in all seinen Facetten zelebrierte.
Doch nicht nur kulinarisch wurde den Gästen einiges geboten. Für den musikalischen Rahmen sorgte Louie Austen, der mit Klassikern wie „That’s Life“ und „You Are The Sunshine Of My Life“ den Gobelinsaal in stimmungsvolle Atmosphäre tauchte. Nach einer Weinverkostung mit Winzerin Katharina Baumgartner hielt es viele Gäste schließlich nicht mehr auf ihren Plätzen. Spätestens bei „New York, New York“ wurde aus dem Festsaal eine Tanzfläche.
Unter den Gästen fanden sich zahlreiche bekannte Namen, darunter Opernstar Clemens Unterreiner, Birgit Sarata, Thomas Mraz, Mauro Maloberti, Martin Leutgeb, Manfred Ainedter, Gabriele Benesch und Erich Furrer, Peter Horak, Manfred Buchinger, Gary Lux, Andy Lee Lang sowie Werner und Martina Fasslabend. Auch Bürgermeister Markus Mentl-Weigl ließ sich den traditionellen Saisonabschluss nicht entgehen.
Für Marchfelderhof-Chef Peter Großmann endete der Abend mit gemischten Gefühlen. Die Freude über eine Rekordsaison überwog zwar deutlich, dennoch schwang auch ein wenig Wehmut mit. Nach Monaten voller Spargelgenuss heißt es nun Abschied nehmen – zumindest bis zum nächsten Frühjahr. Oder, wie Großmann augenzwinkernd meinte: Jetzt müssen die Spargelschäler wieder für rund 300 Tage in der Küchenlade verschwinden.
