
Schon am Vormittag lag Aufbruchsstimmung in der Salzburger Altstadt. Während draußen noch winterliche Kälte durch die Gassen zog, öffnete sich im historischen Haus Koller am Waagplatz eine neue Welt: Veranstalter Wolfgang Pelz führte Lokal- und Fachpresse exklusiv durch die frisch bezogene Location der International Fine Art Fair – und gewährte erste Einblicke in ein kuratorisches Konzept, das bewusst auf Intimität statt Messehalle setzt.
Das Bürgerhaus aus dem Jahr 1181, sieben Stockwerke hoch, knarrende Stiegen, historische Mauern – und nun erstmals Bühne für große Meisterwerke. Vom 28. März bis 6. April verwandelt sich das ehrwürdige Gebäude in die Heimat der SIFAF. Auf rund 1.000 Quadratmetern zeigen 20 renommierte Galerien und Kunsthändler:innen ein fein kuratiertes Spektrum aus unterschiedlichen Epochen. Kein nüchterner White Cube, sondern Räume mit Seele – fast wie ein kunstvoll eingerichtetes Wohnzimmer.
Am Nachmittag folgte die offizielle Eröffnung – und trotz Schneeflocken war der Andrang groß. Die Salzburger Kunstszene mischte sich mit internationalen Gästen und Besucher:innen der Osterfestspiele, die vor der Premiere von „Rheingold“ noch rasch einen Blick in die neue Kunstadresse werfen wollten.
Offiziell eröffnet wurde die Messe von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll, der die SIFAF als starken Impuls für die bildende Kunst im Herzen der Altstadt würdigte – gerade zu Beginn der Osterfestspiele ein sichtbares Zeichen für die kulturelle Vielfalt Salzburgs.
Musikalisch wurde der Auftakt zum Erlebnis: Auf W. A. Mozarts „Allegro Vivace“ aus der Violinsonate KV 296 folgte Tschaikowskis „Melodie“ aus „Souvenir d’un lieu cher“, bevor Irina Dankevich mit „One Two Tango“ temperamentvolle Akzente setzte. Der Applaus für die Künstlerinnen war begeistert – ein stimmungsvoller Schulterschluss zwischen Musik und bildender Kunst, passend zur Kooperation mit den Salzburger Osterfestspielen.
Wolfgang Pelz, Gründer von art.port, hatte die Aussteller:innen bewusst spannend im Haus verteilt. Kunst entdeckt man hier nicht im Vorübergehen – man begegnet ihr. „Wohnzimmerflair“ nennt er es, und tatsächlich entsteht das Gefühl, Gast in einem kunstsinnigen Privathaus zu sein. Besonders erfreut zeigte er sich über die Kooperation mit dem Hausherrn und über die Zukunftspläne: Das Objekt soll ganzjährig bespielt werden. Fixpunkte stehen bereits fest – darunter eine Messe während der Salzburger Festspiele im August sowie eine Ausstellung im Rahmen der „All Senses Gala“ am 23. August.
Einen ersten Vorgeschmack darauf lieferte Gery Keszler persönlich: Präsentiert wurde das 2015 von Ellen von Unwerth fotografierte Werk „Conchita als Goldene Adele“ – eine Hommage an Gustav Klimts ikonisches Porträt Adele Bloch-Bauer, kraftvoll inszeniert und zugleich glamourös gebrochen.
Bei Ruinart-Champagner und feinen Häppchen wurde geschaut, diskutiert, vernetzt. Die Stimmung: gelöst, interessiert, international. Über 250 geladene Gäste kamen zur Eröffnung, darunter Alexander Schallenberg, Geigenvirtuosin Lidia Baich, Star-Tenor Andreas Schager, Mozarteum-Direktor Linus Klumpner, Autorin Hera Lind, Immobilienexpertin Marlies Muhr sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.
Die SIFAF hat ihr neues Zuhause gefunden – und Salzburg um eine außergewöhnliche Kunstadresse reicher gemacht. Zwischen mittelalterlichen Mauern und zeitloser Ästhetik entsteht hier ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart ein inspirierendes Gespräch führen.