In der Weihburggasse 30 ist ein neuer Ort entstanden, der sich nicht wie ein klassisches Studio anfühlt, sondern eher wie ein ruhiger Gegenpol zur Stadt draußen. Élan Flow verbindet Ballett mit modernen Bewegungsformen – aber ohne diesen Druck, der oft mitschwingt, wenn man an Tanz denkt.

Gegründet wurde das Ganze von Kirill Kourlaev, der viele Jahre als Erster Solotänzer am Wiener Staatsballett auf der Bühne stand. Und vielleicht merkt man genau das: dass hier jemand nicht „noch ein Studio“ eröffnen wollte, sondern etwas, das aus Erfahrung kommt – aber eben auch aus dem Wunsch, Bewegung wieder persönlicher zu machen.

Im Kern bleibt Ballett die Basis, aber es wird viel offener gedacht. Es gibt Kurse für Erwachsene, die ganz ruhig anfangen wollen, andere, die schon mehr Technik mitbringen, und Formate wie Barre Flow, wo Ballett plötzlich mit Pilates und Krafttraining zusammengeht, ohne seine Eleganz zu verlieren. Dazwischen Stretching, Yoga und auch freie Tanzformen, in denen es weniger um richtig oder falsch geht und mehr darum, wie sich Bewegung eigentlich anfühlt.

Besonders schön wirkt der Ansatz für Menschen ab 50, wo es nicht um Leistung geht, sondern um Leichtigkeit, Haltung und dieses Gefühl, sich im eigenen Körper wieder sicher zu bewegen. Und auch Kinder bekommen hier einen Zugang zum Tanz, der spielerisch bleibt und nicht früh in Perfektion abrutscht.
Vielleicht ist das das Gefühl, das bleibt: dass Élan Flow kein Ort ist, an dem man etwas „leisten“ muss, sondern einer, an dem Bewegung wieder etwas Natürliches bekommt – fast wie ein kurzer Moment, in dem der Kopf leiser wird.
