
Die wilden Zwanziger ziehen diesen Sommer ins Waldviertel ein – mit Jazz, Gangstern, fliegenden Röcken und jeder Menge Verwechslungen. Auf der Rundbühne der Sommernachtkomödie Rosenburg steht heuer erstmals eine Gangsterkomödie am Spielplan: Mit „SUGAR. Manche mögen’s heiß“ bringt Intendantin Nina Blum die Bühnenfassung des legendären Hollywood-Klassikers auf die Bühne vor der stimmungsvollen Kulisse der Rosenburg. Premiere feiert das Stück am 25. Juni 2026, gespielt wird bis 9. August.

Die Geschichte führt mitten hinein in das Chicago der Roaring Twenties – eine Zeit zwischen Jazz, Prohibition und Mafia-Kriminalität. Die beiden Musiker Joe und Jerry geraten zufällig in ein Mafia-Massaker und müssen Hals über Kopf fliehen. Ihre einzige Rettung: Sie schließen sich als Frauen verkleidet der berühmten Girl-Band „Society Syncopators“ an und reisen mit der Truppe Richtung Miami. Doch trotz Tarnung bleiben ihnen die Gangster dicht auf den Fersen.
Joe wird von Okan Cömert gespielt, Daniel Keberle übernimmt die Rolle des Jerry. Für zusätzliche Turbulenzen sorgt Sängerin Sugar, dargestellt von Lola Witzmann, bekannt aus Babylon Berlin. Zwischen falschen Identitäten, großen Gefühlen und mafiösen Verfolgungsjagden entwickelt sich eine temporeiche Komödie voller Charme, Witz und überraschender Wendungen.

„Unsere erste Gangsterkomödie erzählt mit viel Witz, Action und Romantik die Geschichte von der Suche nach dem persönlichen Glück erklärt Nina Blum. Auch wenn die Handlung in den 1920er-Jahren angesiedelt ist, gehe es um zeitlose Themen wie Freundschaft, Mut und das Bedürfnis nach Leichtigkeit in herausfordernden Zeiten.
Dabei setzt das Team bewusst nicht auf eine bloße Kopie des berühmten Filmklassikers von Billy Wilder, in dem einst Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon brillierten. „Wir suchten keine Monroe-Kopie, sondern unsere eigene Hauptdarstellerin“, so Blum über Lola Witzmann, die mit Wandelbarkeit und großer Bühnenpräsenz überzeugt.
Auch musikalisch wird die heurige Produktion besonders aufwendig inszeniert. Das Ensemble singt und tanzt insgesamt zehn Nummern und musste dafür eigens Stepptanz trainieren. Die Choreografie übernimmt Kathleen Bauer, während Bela Fischer Jun. die Musikproben leitet. Für authentisches Jazz-Feeling sorgt ein Live-Orchester aus vier jungen Musikerinnen mit Saxofon, Kontrabass, Schlagwerk und Klavier.

Regisseur und Bühnenbildner Marcus Ganser setzt zusätzlich auf spektakuläre Bühneneffekte: Die Musikerinnen erscheinen auf einer Hub-Bühne, die immer wieder aus der Unterbühne emporfährt. Mit wenigen, raffinierten Mitteln verwandelt sich die Rundbühne laufend in Zugabteile, Gangsterbars, luxuriöse Jachten oder die Bühne der Frauenband.
Auch optisch lebt die Produktion den Glamour der Goldenen Zwanziger voll aus. Kostümbildnerin Agnes Hamvas stattet das Ensemble mit Federboas, Netzstrümpfen, Perlenketten, Fransenlooks und klassischen Nadelstreif-Anzügen aus und lässt damit die Ästhetik der Epoche stilvoll wiederaufleben.

Gespielt wird wie gewohnt im wettergeschützten Theaterzelt vor der Rosenburg. Während bei Regen oder Sturm die Seitenwände geschlossen werden können, sorgt an warmen Sommerabenden der offene Blick in die Natur für eine besondere Atmosphäre. Die drehbare Rundbühne ermöglicht dabei aus jedem Sitzwinkel eine andere Perspektive auf das Geschehen. Wer noch näher dran sein möchte, kann eine der exklusiven Bühnenlogen inklusive Sekt buchen und den Theaterabend beinahe mitten im Ensemble erleben.