GLP-1: Medizinischer Fortschritt mit gesellschaftlicher Wirkung

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(v.l.n.r.): OÄ Priv.-Doz. Dr. Johanna Brix (Klinik Landstraße, Leiterin der Adipositas-Akademie und Past Präsidentin der Österreichischen Adipositasgesellschaft), Dr. Cordula Cerha (WU Wien und CMC-Consultants) und Geschäftsführerin Dr. Marlies Gruber (forum. ernährung heute). © Barbara Wirl

GLP-1-Medikamente wurden ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt, werden heute aber auch erfolgreich bei Adipositas eingesetzt. Sie sind als sogenannte „Abnehmspritzen“ bekannt, mittlerweile gibt es sie auch in Tablettenform. Die Wirkstoffe reduzieren den Appetit und verändern das Essverhalten, was zu deutlichem Gewichtsverlust führen kann.

Im Rahmen eines f.eh-Business Breakfasts diskutierten OÄ Priv.-Doz. Dr. Johanna Brix (Klinik Landstraße, Leiterin der Adipositas-Akademie und Past Präsidentin der Österreichischen Adipositasgesellschaft) sowie Dr. Cordula Cerha (WU Wien und CMC-Consultants) mit Dr. Marlies Gruber, Geschäftsführerin des forum. ernährung heute (f.eh). über Chancen und Grenzen dieser neuen Therapien. Klar wurde: Adipositas nimmt weltweit zu und ist eine chronische Erkrankung, die eine langfristige Behandlung braucht. Medikamente können dabei unterstützen, ersetzen aber keine gesunde Ernährung und Lebensstilveränderung.

© Barbara Wirl

Studien zeigen, dass GLP-1- und ähnliche Wirkstoffe nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes senken können. Gleichzeitig kehrt das Gewicht nach Absetzen der Medikamente meist wieder zurück.

Die Expertinnen betonen daher: Diese Therapien sind eine wichtige medizinische Unterstützung, aber keine „Lifestyle-Lösung“. Entscheidend bleibt ein ganzheitlicher Ansatz aus Ernährung, Bewegung, Prävention und Gesundheitsbildung.

Auch wirtschaftlich und gesellschaftlich verändern die Medikamente bereits Entwicklungen – etwa im Konsumverhalten und in der Lebensmittelindustrie. Dennoch gilt: Nachhaltige Lösungen entstehen nur durch das Zusammenspiel von Medizin, Prävention und Bildung.