Es war ein Abend, an dem Kunst, Wissenschaft und Mitgefühl zu einem gemeinsamen Puls verschmolzen: Die Benefizgala „Zeit zum Hinschauen“ verwandelte am 19. November 2025 das historische Palais Coburg in einen Ort der leisen Stärke und sichtbaren Solidarität. Mit einer Spendensumme von 102.000 Euro, die durch den Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) verdoppelt wird, setzt die Initiative ein machtvolles Zeichen für Menschen, die mit ME/CFS leben – einer Erkrankung, die Millionen trifft, aber oft unsichtbar bleibt.
Ein Abend, der sichtbar macht, was so oft übersehen wird
Initiiert von Mikis Waschl, Marion Gergely, Julia Scheve und Jenny Magin, stand die Gala ganz im Zeichen des Jugendfreunds Christoph Ströck, einem der schwerstbetroffenen ME/CFS-Patienten Österreichs. Doch der Abend galt nicht nur ihm – sondern all jenen, deren Alltag von Erschöpfung, Rückzug und fehlender medizinischer Versorgung geprägt ist.
Die Atmosphäre im Palais Coburg war getragen von Anteilnahme und dem Gefühl, gemeinsam etwas zu bewegen. Claudia Stöckl führte mit Einfühlungsvermögen und klarem Blick durch das Programm, das Kunst und Wissenschaft in einen eindrucksvollen Dialog brachte.
Kunst, die berührt – Wissenschaft, die Wege eröffnet
Gleich zu Beginn setzte Cornelius Obonya einen starken Akzent, als er Fotografien von Brent Stirton seine Stimme lieh. Die Bilder erzählten von Verletzlichkeit, Würde und Überlebenskraft – und von einer Krankheit, deren Komplexität oft unterschätzt wird.
Die symbolische Installation von Barbara Aurora Bachmayr-Heyda, eine schmelzende Wachsfigur, wurde zum Sinnbild für das schwindende Energielevel ME/CFS-Betroffener.
Tänzerin Peta Klotzberg öffnete mit ihrer Performance „Im Inneren bin ich so lebendig“ einen poetischen Raum für Schmerz und Hoffnung, während Julian le Play den Saal mit einem intimen Unplugged-Set in warme Melancholie tauchte.

Menschen, die tragen – und solche, die geführt werden wollen
Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Unterstützer:innen aus Kunst, Medizin und Wirtschaft, allen voran Gabriele und Gerhard Ströck, die mit ihrer WE&ME Foundation seit Jahren zentrale Forschungsarbeit ermöglichen.
Im wissenschaftlichen Talk rückten führende Expert:innen – darunter Dr. Michael Stingl, Univ.-Prof.in DDr.in Eva Untersmayr-Elsenhuber, Ulla Eppler und Dr. Michael Stampfer – die Bedeutung verlässlicher Daten, klarer Diagnostik und intensiver Forschung in den Mittelpunkt. Die ME/CFS Biobank Austria, ein Projekt der MedUni Wien, ist dabei ein Schlüssel zur Identifikation von Biomarkern und zukünftigen Therapien.
Ein entscheidender Hebel: Jede im Rahmen der Initiative gesammelte Spende wird vom WWTF verdoppelt – ein starkes Signal gelebter Forschungsförderung.
Kunstauktion für die Zukunft
Höhepunkt des Abends war die kunstvolle Auktion, professionell geleitet von Walter Freller und Franziskus Kriegs-Au. Werke namhafter Künstler:innen – darunter Sabine König, Johnson Ocheja, Richie Marley Madyira, Franz Josef Baur, Steve Kaufman, Ivan Katalinić, Friedrich Plahl und Lena Göbel – wechselten die Besitzer.
Ein funkelndes Platin-Weißgold-Collier mit Diamanten und Smaragden setzte den luxuriösen Schlusspunkt der Auktion. Der Erlös fließt vollständig in die ME/CFS-Forschung.
Spenden, die Leben verändern
Wer nicht dabei sein konnte, kann weiterhin unterstützen:
Spenden sind über die offizielle GoFundMe-Seite der Initiative möglich.
Weitere Informationen:
zeitzumhinschauen.at
WE&ME Foundation: weandmecfs.org
