Pigalle: Wo aus einem Drink schnell ein ganzer Abend wird

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© Pigalle Bar

Das Pigalle in der Praterstraße hat sich neu aufgestellt – und plötzlich fühlt sich die Sache noch ein bisschen mehr nach Paris an. Seit August führen Kenan Pajaziti, Clemens Waschkau und Jonathan Frimpong-Ansah die Bar und haben dem Lokal eine neue französische Handschrift verpasst. Wobei „französisch“ hier erfreulich wenig mit steifer Grande Cuisine zu tun hat: Man kommt auf einen Crémant, bestellt vielleicht Austern oder Charcuterie dazu und stellt irgendwann fest, dass aus dem einen Glas längst ein ganzer Abend geworden ist.

 

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Ein Beitrag geteilt von Gabriella Mühlbauer (@gabriellamuehlbauer)

Auf der Karte stehen Klassiker wie French 75, Sidecar, Kir Royal oder Corpse Reviver No. 2 neben ziemlich spannenden Eigenkreationen. Beim Oyster Martini landen Cîroc Vodka, Austernschalen, Shiitake und Olivenöl im Glas, während beim Cache Cache Hine Cognac auf Fino Sherry, Zitrone, Ahornsirup und Traubengelee trifft. Und auch wer alkoholfrei unterwegs ist, muss hier nicht neidisch auf die Gläser am Nebentisch schauen: Sechs eigene alkoholfreie Cocktails gehören fix zur Karte.

© Pigalle Bar

Käse, Schinken und Austern statt Drei-Gänge-Menü

Auch kulinarisch bleibt das Pigalle lieber Bar als Restaurant. Brillat-Savarin, Comté und Époisses, Saucisson, Jambon de Paris, Roastbeef, Sardinen aus der Bretagne oder ein Croque Monsieur à la Pigalle machen genau das, was Barfood machen soll: Man bestellt ein bisschen, teilt ein bisschen und bestellt zwischendurch vielleicht noch einen Drink. Besonders nett: Jeden ersten Mittwoch im Monat gibt es Austern – einzeln und damit auch für jene, die nicht gleich eine ganze Schale verdrücken wollen.

© Pigalle Bar

Für mich ist genau das der Charme des neuen Pigalle: kein französisches Themenlokal mit Baskenmütze und Eiffelturm-Deko, sondern eine Bar, die sich französische Lebensart zum Vorbild nimmt und daraus etwas Eigenes macht. Crémant im Glas, gute Sachen auf dem Teller und die durchaus realistische Gefahr, dass aus „Ich schau nur kurz vorbei“ wieder einmal ein ziemlich langer Abend wird.