Wien hat ein neues Kapitel: Das Hotel Schani City

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© EOe Christine Miess

Es gibt diese seltenen Abende in Wien, an denen sich alles ein bisschen verdichtet anfühlt – Menschen, Stimmung, Räume, Geschichten. Genau so ein Abend war das Opening des neuen Hotel Schani City in der Leopoldstadt. Kein klassischer Hotelstart, eher ein bewusst gesetzter Moment, der zeigen wollte: Hier geht es um mehr als Zimmer und Check-in.

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Rund 450 Gäste haben den fünften Standort der Schani Hotels gefeiert – ein Publikum, das so vielfältig war wie die Idee des Hauses selbst. Unter den Gästen waren Persönlichkeiten wie der Künstler Erwin Wurm, die Schauspieler Michael Maertens und Daniel Keberle, Dompfarrer Toni Faber, Opernsängerin Juliette Khalil oder Musiker Peter Legat – und trotzdem wirkte das Ganze nicht wie ein Society-Event, sondern eher wie ein sehr bewusst kuratierter Abend voller echter Begegnungen.

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Das passt auch zur Geschichte der Schani Hotels, die sich in Wien Schritt für Schritt einen Namen gemacht haben – ohne große Gesten, aber mit klarer Handschrift. Jedes Haus hat seine eigene Sprache, und das neue Schani City spricht eine besonders leise, aber sehr aufmerksame. CEO Benedikt Komarek beschreibt es als „Oase mitten in der City“ – und genau dieses Gefühl zieht sich durch das gesamte Haus.

Die Lage in der Leopoldstadt bringt eine zusätzliche Tiefe mit sich. Das Hotel steht auf einem Grundstück mit historischer Verbindung zum jüdisch-orthodoxen Verein „Adass Jisroel“. Man spürt, dass hier nicht einfach gebaut, sondern bewusst gedacht wurde – mit Respekt für den Ort und seine Geschichte, ohne diese in den Vordergrund zu drängen.

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Auch das Opening selbst war genau in diesem Ton gehalten: viel Atmosphäre, wenig Lautstärke. Durch den Abend führte charmant Florian Pollack, der die Gäste durch Räume und Programmpunkte begleitet hat, als würde man gemeinsam durch ein neues Haus spazieren, das sich erst langsam öffnet.

Musikalisch und inhaltlich wurde Vielfalt nicht erklärt, sondern gelebt. Klezmer-Elemente, literarisch-musikalische Performances, kleine künstlerische Interventionen – alles wirkte bewusst miteinander verwoben. Ein besonderer Moment war die Segnung des Hauses durch Toni Faber, ruhig, klar und ohne Pathos, was dem Abend eine sehr natürliche Erdung gegeben hat.

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Architektonisch zeigt sich das Hotel reduziert, aber warm: Holz, Stein, textile Materialien, viel Lichtführung statt Effekthascherei. Die 126 Zimmer sind ruhig gestaltet, mit sechs Kategorien, die eher Atmosphäre als Status transportieren. Besonders schön ist der Innenhof – eine kleine grüne Insel mitten in der Stadt, die fast wie ein Gegenpol zum urbanen Außen wirkt.

Ein weiterer Baustein ist der Hidden Room, der tagsüber Café und abends Bar ist. Kein lauter Hotspot, eher ein Ort, der sich langsam entfaltet. Kulinarisch bewegt sich das Haus zwischen urbaner Leichtigkeit und bewusster Reduktion – kleine Gerichte, Sharing-Ideen, unkompliziert, aber mit Charakter.

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Und dann ist da noch die Kunst: nicht als Dekoration, sondern als Teil des Konzepts. Kuratiert von Alexandra Grubeck, mit Arbeiten von Künstler:innen wie Michael Horowitz oder Alexander Ruthner, zieht sich ein feiner roter Faden durch das Haus, der ihm zusätzliche Tiefe gibt.

Was von diesem Abend bleibt, ist kein klassisches Eröffnungsbild, sondern eher ein Gefühl: dass hier ein Hotel entstanden ist, das nicht beeindrucken will, sondern verbinden. Ein Ort, der unterschiedliche Menschen nicht sortiert, sondern zusammenbringt – genau so, wie eine Stadt im besten Fall funktioniert.