Lange war Kroatien kulinarisch vor allem ein Sommergefühl: ein Teller frischer Fisch, irgendwo am Meer, eine kleine Konoba, dazu dieses einfache Gefühl von Urlaub. Mehr brauchte es nicht.
Heute hat sich genau daraus etwas Eigenes entwickelt. Kroatien wird zunehmend nicht nur bereist, sondern bewusst wegen seiner Küche gewählt.
Internationale Guides wie Michelin oder Gault&Millau haben längst begonnen, das Land stärker wahrzunehmen. Aktuell gibt es 13 Michelin-Sterne-Restaurants, darunter Häuser wie Agli Amici in Rovinj oder Pelegrini in Šibenik. Gleichzeitig rücken Restaurants in den Fokus, die weniger auf Inszenierung und mehr auf Herkunft setzen – auf das, was direkt vor der Haustür wächst, fischt oder produziert wird.

Was dabei auffällt: Die Küche wird leiser, aber präziser. Viele Köch:innen arbeiten eng mit kleinen Produzent:innen zusammen, richten sich nach Saison und Region, und interpretieren traditionelle Gerichte neu, ohne sie zu verlieren.
Besonders spürbar ist das im Kvarner, der 2026 zur „European Region of Gastronomy“ ernannt wurde. Eine Region, die Küste, Inseln und Bergland verbindet – und genau dadurch eine ungewöhnliche kulinarische Vielfalt zeigt: Scampi aus der Adria, Käse aus dem Hinterland, Wildkräuter aus den Wäldern.

Immer mehr wird daraus auch ein Grund zu reisen. Nicht nur im Sommer, sondern ganz bewusst für Kulinarik – als kurze Auszeit, die näher liegt, als man denkt.
